Die Väter der SJB
 
 
 
 


Die Väter

 

Ich rede, was ich von meinem Vater gesehen habe;

so tut ihr, was ihr von eurem Vater gesehen habt.

(Evangelium nach Johannes 8, 38)

 

Die Leitung der Bruderschaft liegt in der Hand des Apostolischen Vorstehers, den wir Geschwister „Vater“ nennen. Als Hirte ist er der Leiter und geistliche Vater der Bruderschaft und zugleich ihr Repräsentant. Mit seinem in der apostolischen Sukzession stehenden Amt verkörpert er zeichenhaft die personal verantwortete Kontinuität des biblisch-apostolischen Glaubens. Ihm zur Seite steht das Kapitel.

 

2010 wurde +Innocenz Konrad Schrieder auf dem Schwanberg zum Coadjutor geweiht, um ein Jahr später als Nachfolger von +Paulus Klaus Jacoby im sein Amt eingeführt zu werden.

Durch die Vereinigung mit dem in benediktinischer Tradition stehenden Evangelisch-lutherischen Humiliaten-Orden haben nun zwei Gemeinschaften zusammengefunden, die sich auf Prof. Friedrich Heiler zurückführen. Damit eng verbunden ist die EFT, die Evangelischen Franziskaner-Tertiaren.

+Innocenz sieht es als seine Aufgabe an, das hochkirchliche und apostolische Lager und die Gemeinschaft unter den verschiedenen Bruderschaften zu stärken, damit hochkirchliche Theologie und Spiritualität in ihrer Fülle und Vielfalt auch im 2. Jahrhundert ihres Bestehens die Kirchen bereichern kann.

 

Über zwanzig Jahre lang hat Vater +Paulus Klaus Jacoby, Altenberge bei Münster, den Dienst des Apostolischen Vikars und danach des Apostolischen Vorstehers für die Bruderschaft zusammen mit seiner ganzen Familie mit großem Engagement wahrgenommen. Zu unzähligen öffentlichen Anlässen konnte er in seiner näheren Heimat, dem Münsterland, die Bruderschaft offiziell vertreten.

Nach seiner Einsegnung (Weihe) zum Apostolischen Vikar der Bruderschaft 1992 hat er viel öffentliche Anerkennung für seine Arbeit erhalten. Mit vielen Bischöfen, vor allem mit römischen-katholischen Bischof von Münster, Reinhard Lettmann, pflegte er enge geistliche Freundschaften und gute ökumenische Kontakte. Es ist das Verdienst von  Vater +Paulus, die Bruderschaft mit ihrem Anliegen in die Öffentlichkeit geführt zu haben.

 

 

Nach über vierzig Jahren erhielt die Hochkirchliche St.-Johannes-Bruderschaft 1992 wieder einen gemeinsamen Apostolischen Vorsteher für die gesamtdeutsche Bruderschaft. Zum Vorsteher wurde vom Gesamtkonvent Pfr. i. R. +Simeon Dietrich Schulze (Schwedt) gewählt. Vater +Simeon leitete die Bruderschaft von 1992 bis 2002. Auf der Jahrestagung 2000 bat + Simeon vom Amt des Apostolischen Vorstehers zurückzutreten und die Leitung der Bruderschaft in jüngere Hände legen zu können. Gemäß Artikel 32 der Regel schlug er den Apostlischen Vikar, +Paulus Jacoby, Altenberge dem Kapitel zu seinem Coadjutor vor. Der Coadjutor begleitet den Apostolischen Vorsteher über ein Jahr und hilft ihm in der Führung des Amtes.

In seiner Amtszeit gelang es +Simeon die oft sehr unterschiedlichen und sich manchmal sogar mit Mißtrauen begegnenden Teile der Bruderschaft in einem guten Sinn zusammenzuführen! Wir verdanken ihm durch seine ruhige Hand und ausgleichende Art die Vollendung unserer Wiedervereinigung.

 

Vater +Joachim Nerger (+2010), evangelisch lutherischer Pfarrer in Egestorf bei Hamburg leitete den Westteil der Bruderschaft bis zur Wiedervereinigung 1993. Er trat von der Leitung der Bruderschaft zugunsten Vater +Simeons zurück. Als hochkirchlicher Pfarrer wirkte er in seiner Heimat, der aufgelösten Landeskirche "Nordelbien" innerhalb landeskirchlicher Strukturen und war sehr zurückhaltend in seinem Auftreten. Er war ein couragierter offizieller Repräsentant evangelisch hochkirchlicher Arbeit in seiner Evangelischen Landeskirche.

 

 

 

 

Der Pfarrer der Protestantischen Kirche der Pfalz, Werner Ernst Linz (1912-1982), wurde 1963 in Marburg von Vater +Irenäus Heiler zum "Bischof in Apostolischer Sukzession" geweiht.  Die Pfälzische Protestantische Landeskirche übertrug ihm daraufhin ohne weitere Ordination oder Segenhandlung die Aufgaben eines Dekans (Superintendenten). Sie verdankt Dekan Linz die Agendenwerke zu den Amtshandlungen und dem Gottesdienst.

Da zu dieser Zeit noch eine strikte Bindung an die agendarischen Texte geboten war, stellte die Arbeit an den Gebeten der Kirche eines der ersten Anliegen der Hochkirchler dar.

Vater +Werner (Ernst Linz) übernahm mit dem Tod von Friedrich Heiler (+1967)  die Leitung der Bruderschaft als deren Apostolischer Vorsteher.

 

 

Pfarrer Martin Giebner (1890-1964) wurde 1890 in der Simultankirche im Hohen Dom St. Peter zu Bautzen getauft. Es war wie ein Vorzeichen seines Lebensweges.Theologiestudium in Tübingen und Leipzig. Ordination 03.12.1916, Vikariat, Diakonat. Er war insgesamt 34 Jahre Evangelischer Pfarrer zuletzt 1931-1951 in Crimmtischau/Sachsen.

Schon 1918 trat er in die HV ein. Er wurde von Prof. Dr. Friedrich Heiler in Marburg am 02.11.1941 zum Bischof +Cyrillus der Bruderschaft geweiht. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm er die Leitung des Ost-Teils der Bruderschaft in der Sowjetischen Besatzungszone.

1949 führte ein Gespräch mit dem Berliner Oberkirchenrat zu seinem Entschluß zu konvertieren und die Kirchenleitung erließ ihrerseits die sog. "Lex Dibelius", die die sofortige Relegation aus dem Pfarramt jedem evangelischen Geistlichen androhte, der sich hochkirchlich weihen ließ und altkirchliche Gewandung trüge. In dem Konflikt des Gewissens mit der evangelischen Kirchenordnung zog Martin Giebner die Konsequenzen und konvertierte 1951.

 Im Zuge seiner Konversion zur Römischen Katholischen Kirche trennte er sich von seiner Ehefrau, die in ein Kloster in Paderborn eintrat, und wurde am 19.12.1953 in der Abteikirche Huysburg durch Weihbischof Dr. Rintelen zum Priester der Römischen Kirche geweiht. Der Ökumene blieb Martin Giebner dennoch innerlich verbunden.