Hochkirchliche Vereinigung
 
 
 
 


Wir sind eine Erneuerungsbewegung

 

Wir verstehen uns als eine Erneuerungsbewegung innerhalb der evangelischen Kirche im Dienst an der Einen Heiligen Kirche Jesu Christi.

1. Erneuerung vollzieht sich in der Begegnung mit dem lebendigen Jesus Christus, dem menschgewordenen Gottessohn, wie ihn die Heilige Schrift im Alten und Neuen Testament bezeugt und die Kirche verkündigt.

 

2. Erneuerung dieser Art vollzieht sich im gottesdienstlichen Leben der Kirche, das die Eucharistie (Abendmahl, Herrenmahl), die Predigt, Gebet und Lobpreis umfasst. In der Eucharistie ist Jesus Christus als der Gekreuzigte und Auferstandene gegenwärtig wirksam und erneuert seine Gemeinde und durch sie die Welt. Alles ist hineingenommen in das Opfer Christi und geheiligt in der Feier österlicher Freude, deren Zeichen für uns die liturgischen Gewänder sind. Darum ist die innere Erneuerung jedes Menschen an die Nähe zum Gottesdienst und an die darin gegebenen Gnadengaben Gottes gebunden.

 

3. Erneuerung vollzieht sich im offenen Zeugnis für die Liebe Gottes im eigenen Leben und vor der Welt. Die Gegenwart Christi ist wirksam im Priestertum der Gläubigen, das ihnen in der Taufe verliehen wird. Der Heilige Geist veranlasst sie dazu, die Liebe Gottes zur Welt zu bezeugen und sich für die Mitmenschen und für Gerechtigkeit und Frieden an allen Orten einzusetzen.

 

 4. Erneuerung vollzieht sich unserer Ansicht nach im Streben nach der wechselseitigen Anerkennung der Ämter. Das bischöfliche Amt ist Ausdruck der Vollmacht, die Christus seiner Kirche gegeben hat. Sie folgt darin seinem Wort: "Ich bin bei euch wie ein Diener" (Luk. 22, 27). Der Bischof ist Diener an Christi Statt (2 Kor 5,20). Sein besonderes Dienstamt ist in der Berufung der Apostel begründet. In ihm nimmt die Einheit in Leitung, Verkündigung, Liturgie und Hirtenamt Gestalt an. Das Zeichen dafür ist die Apostolische Sukzession durch Handauflegung derer, die die Einheit der Kirche an allen Orten repräsentieren.

 

5. Die Erneuerungsarbeit der Kirche hat in der Verantwortung vor der Ökumene zu geschehen, "denn die Kirche der Zukunft wird ökumenisch sein oder sie wird nicht sein". Für uns gilt dabei als Grundlage das unveränderte Augsburgische Bekenntnis, weil es das am weitesten anerkannte protestantische Bekenntnis zu der "einen heiligen Kirche" ist.

 

6. Erneuerung geschieht im persönlichen Leben in der Beichte, auch in der Einzelbeichte. Wir sehen in ihr eine hilfreiche Möglichkeit der Sorge für die eigene Seele. Im geschwisterlichen Umgang mit Schuld, erfahren sie die Liebe Gottes. In dem dadurch entstandenen Raum der Selbstannahme und Annahme durch andere in Absolution und Handauflegung gießt sich die Kraft des Heiligen Geistes ein und die erfahrene Liebe kann nun an andere weitergeben werden. Wir sehen in der Beichte einen Weg des Heilwerdens in dieser Welt für uns selbst und andere.

 

7. Erneuerung geschieht in der Vertiefung der Gemeinschaft. Dazu werden alle Mitglieder zu Tagungen eingeladen, die von Stundengebet, Meditation und der Eucharistie als der Fülle des gottesdienstlichen Lebens getragen werden. Durch Miterleben schließt sich dem, der sich öffnet, der Sinn seines Lebens auf, oder er erfährt ihn neu.

 

8. Erneuerung geschieht durch Opfer an Zeit, Geld und Hilfen für andere. Ohne die Bereitschaft sich einzusetzen und sich tragen zu lassen geschieht keine Veränderung, weder für uns selbst noch für andere. Wir brauchen einander und sind aneinander gewiesen über alle Unterschiede hinweg. Wir sind bereit, Unterschiede wahrzunehmen und zu tragen. Von unseren Mitgliedern erwarten wir, dass sie zu persönlichen Opfern für die Ziele der Vereinigung bereit sind.